Periodisch und einmalig

Teppich- und Polsterreinigung

Ein Teppich, der wieder seine ursprüngliche Farbe zeigt — ohne Ränder und ohne Schrumpf.

Verfahren
Nach Faser, nicht nach Gewohnheit
Trocknung
4 bis 12 Stunden
Turnus
Alle 12 bis 24 Monate
Vorprüfung
Faser- und Farbechtheitstest

Textile Beläge speichern Schmutz anders als harte Böden: Sie nehmen ihn auf und geben ihn nicht wieder her. Ein Teppichboden kann jahrelang täglich gesaugt werden und trotzdem stumpf und fleckig wirken, weil das Saugen nur die oberste Lage erreicht. Der eingebundene Schmutz sitzt tiefer.

Die eigentliche Fachfrage ist nicht, wie man reinigt, sondern womit man es zu tun hat. Wolle verträgt kein Alkali, Viskose kaum Wasser, Polypropylen fast alles. Wer das Verfahren wählt, ohne die Faser zu kennen, riskiert Vergilbung, Schrumpf oder ausgeblutete Farben — Schäden, die nicht reparabel sind. Wir stellen die Faser deshalb vor dem ersten Wasser fest.

Was wir konkret machen

Wir reinigen textile Bodenbeläge und Polstermöbel in gewerblichen und privaten Objekten.

  • Teppichböden in Büros, Hotels, Praxen und Konferenzbereichen
  • Läufer, Brücken und lose verlegte Teppiche einschließlich Fransenbehandlung
  • Orientteppiche und handgeknüpfte Ware nach gesonderter Prüfung
  • Bürostühle, Besucherstühle und Konferenzbestuhlung
  • Polstergarnituren, Sessel und Sitzbänke in Lobbys und Wartebereichen
  • Matratzen und Boxspringbetten im Beherbergungsgewerbe
  • Fahrzeugpolster und Fahrzeugteppiche
  • Fleckentfernung als Einzelleistung: Kaffee, Rotwein, Blut, Fett, Tinte, Kaugummi
  • Geruchsbehandlung bei Tier-, Rauch- und Nässegerüchen
  • Imprägnierung als Schutz gegen erneutes Anschmutzen

Für wen

Textilreinigung fällt überall dort an, wo weiche Böden und Polster im Einsatz sind:

  • Bürogebäude mit textilen Belägen in Fluren und Besprechungsräumen
  • Hotels mit Zimmerteppichen, Lobbys und Tagungsflächen
  • Praxen und Kanzleien mit repräsentativen Wartebereichen
  • Veranstaltungshäuser, Kinos und Theater
  • Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen
  • Autohäuser mit Ausstellungsteppichen
  • Privathaushalte bei Umzug, nach Wasserschaden oder vor Anlässen
Nahaufnahme eines Hochflorteppichs in Braun- und Cremetönen

So läuft es ab

Von der Anfrage bis zur Kontrolle. Wenn bei Ihnen ein Schritt entfallen kann, sagen wir es Ihnen.

  1. Faser und Farbechtheit prüfen

    Wir bestimmen das Material und testen an verdeckter Stelle auf Farbechtheit. Bei unbekannter Ware entnehmen wir eine Faser und führen eine Brennprobe durch — sie unterscheidet Wolle, Polyamid, Polypropylen und Viskose zuverlässig.

  2. Vorbereiten und Absaugen

    Gründliches Trockensaugen ist der wichtigste Arbeitsschritt und wird am häufigsten unterschätzt. Bis zu achtzig Prozent des Schmutzes in einem Teppich sind trockener Partikelschmutz, der vor jeder Nassbehandlung heraus muss.

  3. Vorbehandlung und Flecken

    Flecken werden einzeln bestimmt und mit dem passenden Mittel vorbehandelt. Ein Fettfleck braucht ein anderes Mittel als ein Eiweißfleck; das falsche fixiert ihn dauerhaft.

  4. Hauptreinigung

    Je nach Faser und Verschmutzung folgt Sprühextraktion, Trockenschaum oder Padverfahren. Bei stark belasteten Flächen kombinieren wir: erst Schaumbürste zum Lösen, dann Extraktion zum Ausspülen.

  5. Nachbehandlung und Trocknung

    Der Flor wird aufgerichtet und die Trocknung mit Gebläsen unterstützt. Kurze Trocknungszeit ist nicht nur Komfort, sondern verhindert Wiederanschmutzung und Geruchsbildung.

  6. Abnahme

    Wir nehmen die Fläche im trockenen Zustand ab. Feuchte Teppiche sehen immer gut aus; was zählt, ist das Bild nach der Trocknung.

Wie oft, wie lange, wann

In Bürogebäuden liegt der Turnus bei zwölf bis vierundzwanzig Monaten für die Gesamtfläche. Laufzonen — Eingang, Flurachsen, Bereiche vor Aufzügen — brauchen häufig eine Zwischenreinigung im Halbjahresabstand, weil dort achtzig Prozent des Schmutzeintrags stattfinden.

In Hotels richtet sich der Rhythmus nach der Belegung. Flure und Lobby werden meist zweimal jährlich gemacht, Zimmerteppiche einmal. Tagungsflächen nach Bedarf, häufig nach Großveranstaltungen.

Der Zeitbedarf hängt vom Verfahren ab. Sprühextraktion schafft etwa 60 bis 100 Quadratmeter pro Stunde und Gerät, das Padverfahren deutlich mehr. Die Trocknung dauert bei Extraktion vier bis zwölf Stunden, beim Padverfahren ein bis zwei. Wir legen Arbeiten in Büroobjekten deshalb auf Freitagabend.


Womit wir arbeiten

Die Sprühextraktion ist das gründlichste Verfahren: Reinigungslösung wird unter Druck eingebracht und im selben Arbeitsgang mit dem gelösten Schmutz abgesaugt. Sie ist unverzichtbar bei starker Verschmutzung, bringt aber Feuchtigkeit ein. Auf Wolle und Viskose ist sie nur mit reduzierter Wassermenge und angepasstem pH-Wert zulässig.

Das Trockenschaumverfahren arbeitet mit deutlich weniger Wasser. Der Schaum wird eingebürstet, bindet den Schmutz und wird nach dem Trocknen abgesaugt. Es ist die richtige Wahl bei empfindlichen Fasern und wenn die Fläche schnell wieder nutzbar sein muss.

Das Padverfahren eignet sich für Zwischenreinigungen in Objekten mit kurzem Nutzungsfenster. Es reinigt nur die obere Florschicht, ist aber nach einer Stunde begehbar. Wir setzen es als Ergänzung ein, nicht als Ersatz — wer über Jahre nur Pad fährt, sammelt Schmutz im Flor an.

Bei Polstern gilt zusätzlich der Reinigungscode des Herstellers. Ein Polster mit Code S darf nicht mit Wasser behandelt werden; hier arbeiten wir mit Lösemittelverfahren. Fehlt der Code, testen wir an der Rückseite.

Kontrolle und Reklamation

Die Abnahme erfolgt trocken und bei Tageslicht. Häufigste Beanstandung ist der Rückkehreffekt: Ein Fleck erscheint nach ein bis zwei Tagen wieder, weil Rückstände aus der Tiefe nach oben wandern. Wir arbeiten deshalb mit gründlichem Klarspülen und nehmen bei bekanntem Risiko einen zweiten Termin ins Angebot.

Wir dokumentieren Faserbestimmung, Verfahren und eingesetzte Mittel. Bei wiederkehrender Beauftragung steht damit fest, was funktioniert hat — und was nicht noch einmal versucht werden muss.

Wenn ein Fleck nicht vollständig entfernbar ist, sagen wir das vorher. Manche Substanzen — Tinte auf Wolle, chlorhaltige Bleiche, alte Rostflecken — verändern die Faser selbst. Was da fehlt, ist Farbe, kein Schmutz. Das lässt sich nicht reinigen, und wir versprechen es auch nicht.


Normen, Haftung, Versicherung

Textilreinigung ist Werkleistung mit Abnahme. Bei wertvoller Ware — handgeknüpfte Teppiche, antike Polster — vereinbaren wir vorab schriftlich Wert und Behandlungsweise und dokumentieren den Zustand fotografisch.

Für Schäden an der behandelten Sache besteht Versicherungsschutz im Rahmen unserer Betriebshaftpflicht einschließlich Tätigkeitsschäden. Das ist ein wichtiger Punkt, den viele Policen ausschließen: Deckungssummen und Einschluss von Bearbeitungsschäden: [BITTE ERGÄNZEN].

Bei Beschichtungen und Imprägnierungen weisen wir auf den Anwendungsbereich hin. In Bereichen mit Rutschhemmungsanforderung dürfen keine gleitfördernden Mittel eingesetzt werden. Sicherheitsdatenblätter aller Mittel legen wir auf Anforderung vor.

Häufige Fragen

Ihre Frage fehlt? Rufen Sie an unter 0221 67025001 oder schreiben Sie an info@reinbund.de.

Wie lange ist der Teppich nach der Reinigung nass?

Bei Sprühextraktion vier bis zwölf Stunden, abhängig von Florhöhe, Raumtemperatur und Belüftung. Mit Trocknungsgebläsen verkürzen wir das deutlich; wir bringen sie standardmäßig mit.

Beim Trockenschaum- und Padverfahren ist die Fläche nach ein bis zwei Stunden wieder nutzbar. Wenn Sie den Raum am nächsten Morgen brauchen, sagen Sie es — das beeinflusst die Verfahrenswahl.

Kommen die Flecken wieder?

Manchmal, und dafür gibt es zwei Gründe. Erstens Rückstände: Bleibt Reinigungsmittel im Flor, zieht es Schmutz an und der Fleck erscheint als Rand. Das ist ein Ausführungsfehler und wir arbeiten dagegen mit gründlichem Klarspülen.

Zweitens tief eingedrungene Substanzen, die beim Trocknen kapillar nach oben wandern — typisch bei Getränken auf dickem Flor. Hier hilft nur eine zweite Behandlung nach ein bis zwei Tagen. Bei bekanntem Risiko kalkulieren wir sie gleich mit ein.

Kann ein Teppich beim Reinigen schrumpfen?

Ja, bei Naturfasern und bei bestimmten Rückenkonstruktionen. Wolle filzt bei zu hoher Temperatur und mechanischer Belastung, Jute-Rücken zieht sich bei Nässe zusammen.

Deshalb prüfen wir vorher die Faser und den Rücken. Bei Risikoware arbeiten wir mit dem Trockenschaumverfahren und niedriger Feuchte. Wenn ein Teppich für die Reinigung ungeeignet ist, sagen wir das, statt es zu versuchen.

Reinigen Sie auch Bürostühle?

Ja, und es lohnt sich mehr, als man denkt. Bürostühle sind nach fünf Jahren meist deutlich stärker belastet als der Teppich darunter — Hautfett, Schweiß und Handkontakt an Armlehnen.

Wir reinigen sie in der Regel im Objekt an einem Wochenende. Ein Stuhl braucht etwa zehn bis fünfzehn Minuten und ist am Montag trocken.

Was hilft gegen Gerüche im Teppich?

Zunächst die Ursache entfernen. Geruch entsteht durch organische Rückstände; solange sie im Flor oder im Estrich darunter sitzen, bringt jedes Duftmittel nur eine Überlagerung für wenige Tage.

Wir arbeiten mit enzymatischen Mitteln, die die Rückstände abbauen, und bei Bedarf mit Extraktion bis in den Rücken. Bei Urin von Tieren, der bis in den Estrich gezogen ist, ist der Teppich in aller Regel nicht zu retten — das sagen wir dann auch.

Teppich- und Polsterreinigung anfragen

Beschreiben Sie kurz Ihr Objekt: Fläche, Nutzung, gewünschter Turnus. Wir melden uns innerhalb eines Werktags und schlagen einen Termin für die Begehung vor.

Sitz und Einsatzgebiet
Sigwinstraße 190, 51061 Köln. Einsatz deutschlandweit.