Laufende Reinigung

Praxis- und Krankenhausreinigung

Ein hygienisch belastbarer Zustand, der einer Begehung standhält — dokumentiert, nicht behauptet.

Grundlage
KRINKO-Empfehlung, Hygieneplan
Bereiche
Risikoklassen getrennt bearbeitet
Dokumentation
Je Bereich und Einsatz
Schulung
Jährlich, dokumentiert

In medizinischen Einrichtungen ist Reinigung Teil des Hygieneregimes. Sie wird nicht nach Augenschein bewertet, sondern nach Verfahren: richtiges Mittel, richtige Konzentration, richtige Einwirkzeit, richtige Reihenfolge, nachvollziehbare Dokumentation. Ein Behandlungsraum kann sauber aussehen und hygienisch unzureichend aufbereitet sein.

Grundlage unserer Arbeit sind die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut sowie Ihr hauseigener Hygieneplan. Wir gliedern jedes Objekt in Bereiche nach Risikoklasse und weisen jedem Bereich eigene Utensilien, eigene Verfahren und eine eigene Reihenfolge zu.

Was wir konkret machen

Der Leistungsumfang wird je Risikobereich getrennt festgelegt. Die Zuordnung erfolgt gemeinsam mit Ihrer Hygienefachkraft oder dem hygienebeauftragten Arzt.

  • Behandlungs- und Untersuchungsräume: Flächendesinfektion aller patientennahen Flächen
  • Eingriffs- und OP-Bereiche: Aufbereitung nach Plan, Schlussdesinfektion, Zutritt nach Schleusenregime
  • Wartezonen und Anmeldung: Tresen, Sitzmöbel, Spielecken, Türgriffe, Kartenlesegeräte
  • Sanitärbereiche für Patienten und Personal getrennt, mit getrennten Utensilien
  • Labor- und Funktionsräume nach den dort geltenden Betriebsanweisungen
  • Patientenzimmer: laufende Reinigung, Entlassungs- und Schlussdesinfektion
  • Isolationszimmer nach gesondertem Verfahren mit persönlicher Schutzausrüstung
  • Verkehrsflächen, Aufzüge, Treppenhäuser, Personalumkleiden
  • Fachgerechte Handhabung der Abfalltrennung nach AS-Nummern der LAGA-Richtlinie
  • Dokumentation jeder Maßnahme im Hygienenachweis der Einrichtung

Für wen

Wir arbeiten für Einrichtungen des Gesundheitswesens unterschiedlicher Größe:

  • Haus- und Facharztpraxen sowie Gemeinschaftspraxen
  • Medizinische Versorgungszentren mit mehreren Fachrichtungen
  • Zahnarztpraxen und kieferorthopädische Praxen
  • Ambulante Operationszentren und Endoskopiezentren
  • Kliniken, Fachkliniken und Rehabilitationseinrichtungen
  • Dialysezentren, Physiotherapie- und Radiologiepraxen
  • Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe
Leere Stuhlreihe in einem Wartebereich mit einfallendem Sonnenlicht

So läuft es ab

Von der Anfrage bis zur Kontrolle. Wenn bei Ihnen ein Schritt entfallen kann, sagen wir es Ihnen.

  1. Abstimmung mit der Hygiene

    Der erste Termin findet mit Ihrer Hygienefachkraft oder dem hygienebeauftragten Arzt statt. Wir übernehmen den Hygieneplan als verbindliche Vorgabe und leiten daraus unseren Desinfektions- und Reinigungsplan ab.

  2. Bereichs- und Farbcodierung

    Jeder Bereich erhält eine Risikoklasse und eine Farbcodierung für Tücher, Bezüge und Eimer. Die Codierung wird im Objekt ausgehängt und ist für jede Kraft und jede Vertretung eindeutig.

  3. Schulung vor Einsatzbeginn

    Die eingesetzten Kräfte werden vor dem ersten Einsatz geschult: Verfahren, Einwirkzeiten, Reihenfolge rein nach unrein, Umgang mit Schutzausrüstung, Verhalten bei Kontamination. Die Schulung wird dokumentiert.

  4. Aufbereitung im Betrieb

    Die tägliche Aufbereitung folgt der festgelegten Reihenfolge: von rein nach unrein, von oben nach unten. Wischbezüge und Tücher werden je Raum gewechselt und nicht in die Lösung zurückgeführt.

  5. Nachweisführung

    Jede Maßnahme wird mit Datum, Bereich, Mittel und ausführender Person dokumentiert. Die Nachweise verbleiben in der Einrichtung und sind bei Begehungen sofort verfügbar.

  6. Hygienekontrolle

    Neben der visuellen Kontrolle führen wir auf Wunsch Abklatschuntersuchungen über ein akkreditiertes Labor durch. Die Befunde gehen an Sie und an uns; Abweichungen werden mit Maßnahme und Frist beantwortet.

Wie oft, wie lange, wann

Behandlungsräume werden arbeitstäglich aufbereitet, patientennahe Flächen zusätzlich nach jeder Behandlung — Letzteres ist Aufgabe Ihres Personals im laufenden Betrieb, unsere Aufgabe ist die Schlussaufbereitung.

Wartebereiche und Anmeldung reinigen wir täglich, Kontaktflächen dort mehrfach, wenn die Frequenz hoch ist. In Praxen mit Publikumsverkehr über den ganzen Tag empfehlen wir einen Mittagsdurchgang; er kostet wenig und wirkt deutlich mehr als eine intensivere Abendreinigung.

Kliniken arbeiten mit einem Mehrschichtmodell. Wir stellen dafür Teams für Früh-, Spät- und bei Bedarf Nachtdienst. Entlassungsdesinfektionen erfolgen auf Abruf innerhalb eines vereinbarten Zeitfensters, damit Betten nicht unnötig blockiert bleiben.


Womit wir arbeiten

Es kommen ausschließlich Mittel zum Einsatz, die in der Desinfektionsmittel-Liste des Verbunds für Angewandte Hygiene oder in der Liste des Robert Koch-Instituts geführt sind. Das Wirkspektrum wird der Anforderung angepasst: begrenzt viruzid im Regelfall, viruzid bei unbehüllten Viren wie Noro- oder Adenoviren.

Die Konzentration wird über Dosieranlagen oder Dosierbeutel eingestellt, niemals nach Augenmaß. Die Einwirkzeit richtet sich nach der Herstellerangabe für die gewählte Konzentration — kürzere Zeiten bei höherer Konzentration sind nur zulässig, wenn die Liste sie ausweist.

Gearbeitet wird im Bezugswechselverfahren: ein Bezug je Raum, danach in die Wäsche. Rückführung in die Lösung ist ausgeschlossen. Aufbereitete Textilien werden desinfizierend gewaschen; wir setzen ausschließlich Wäschereien mit RAL-Gütezeichen und validiertem Verfahren ein. Sprühdesinfektion vermeiden wir zugunsten der Wischdesinfektion, weil Aerosole das Personal belasten und die Flächenwirkung unzuverlässiger ist.

Kontrolle und Reklamation

Die Dokumentation ist hier Teil der Leistung, nicht Verwaltung. Jeder Einsatz wird je Bereich quittiert. Die Nachweise sind so aufgebaut, dass sie einer Begehung durch das Gesundheitsamt oder einer Zertifizierungsprüfung standhalten.

Alle eingesetzten Kräfte werden jährlich geschult, zusätzlich anlassbezogen bei Verfahrensänderungen. Die Schulungsnachweise hinterlegen wir in Ihrer Einrichtung. Kräfte ohne aktuellen Nachweis setzen wir in medizinischen Bereichen nicht ein.

Auf Wunsch führen wir ein hygienisch-mikrobiologisches Monitoring durch Abklatschproben durch. Wir empfehlen es zum Einstieg und danach jährlich — nicht um ein gutes Ergebnis zu produzieren, sondern weil es Schwachstellen im Verfahren sichtbar macht, die keine Sichtkontrolle findet.


Normen, Haftung, Versicherung

Maßgeblich sind das Infektionsschutzgesetz, die Empfehlungen der KRINKO am Robert Koch-Institut sowie die Hygiene- und Infektionspräventionsverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die konkrete Umsetzung richtet sich nach dem Hygieneplan Ihrer Einrichtung, für dessen Inhalt Sie verantwortlich bleiben.

Für unsere Beschäftigten gilt die Biostoffverordnung sowie die TRBA 250 für Tätigkeiten im Gesundheitswesen. Daraus folgen Schutzausrüstung, Impfangebot und arbeitsmedizinische Vorsorge. Der Nachweis über die Vorsorge nach ArbMedVV liegt vor.

Abfälle werden nach der LAGA-Richtlinie getrennt. Abfälle der Gruppe AS 18 01 03* fassen wir nicht an; ihre Entsorgung liegt bei Ihnen und Ihrem Entsorgungsfachbetrieb. Für Personen-, Sach- und Vermögensschäden besteht Betriebshaftpflichtschutz, Deckungssummen: [BITTE ERGÄNZEN].

Häufige Fragen

Ihre Frage fehlt? Rufen Sie an unter 0221 67025001 oder schreiben Sie an info@reinbund.de.

Reicht eine normale Reinigungsfirma für eine Arztpraxis?

Nein, und das ist keine Marketingaussage. Der Unterschied liegt nicht am Fleiß, sondern am Verfahren: Bereichstrennung, gelistete Mittel, eingehaltene Einwirkzeiten, Bezugswechsel, Dokumentation. Wer das nicht systematisch macht, erzeugt ein sauberes Bild ohne hygienische Sicherheit.

Erkennbar wird der Unterschied spätestens bei einer Begehung durch das Gesundheitsamt, wenn nach dem Reinigungs- und Desinfektionsplan und den Nachweisen gefragt wird.

Wer erstellt den Hygieneplan — Sie oder wir?

Sie. Der Hygieneplan ist nach § 36 IfSG Pflicht des Einrichtungsträgers und muss von der Einrichtung verantwortet werden. Wir können ihn nicht ersetzen und wollen es auch nicht.

Was wir liefern, ist der daraus abgeleitete Reinigungs- und Desinfektionsplan für unseren Leistungsteil. Wenn Ihr Hygieneplan Lücken hat, sagen wir Ihnen das — schließen muss sie Ihre Hygienefachkraft.

Wie gehen Sie mit Isolationszimmern um?

Nach gesondertem Verfahren und immer zuletzt in der Reihenfolge. Die Kraft legt vor dem Zimmer die Schutzausrüstung an, arbeitet mit im Zimmer verbleibendem Material und entsorgt es dort. Danach folgen Ablegen der Schutzausrüstung und Händedesinfektion in der festgelegten Reihenfolge.

Welches Wirkspektrum erforderlich ist, gibt Ihre Hygiene vor — bei Clostridioides difficile beispielsweise ein sporozid wirksames Mittel, das im Regelbetrieb nicht eingesetzt wird.

Können Sie in laufenden Sprechstunden arbeiten?

In Wartezonen und auf Verkehrsflächen ja, im Behandlungsbereich nur eingeschränkt. Wir empfehlen für Behandlungsräume die Aufbereitung nach Sprechstundenende, weil dort sonst weder Reihenfolge noch Einwirkzeit sauber einzuhalten sind.

Für den laufenden Betrieb richten wir bei Bedarf einen Zwischendienst ein, der Kontaktflächen und Sanitär versorgt, ohne den Ablauf zu stören.

Führen Sie Abklatschuntersuchungen durch?

Ja, über ein akkreditiertes Labor. Wir empfehlen eine Nullmessung zum Einstieg und danach eine jährliche Kontrolle an festgelegten Messpunkten.

Wichtig ist der Umgang mit dem Ergebnis. Ein auffälliger Befund ist kein Vorwurf, sondern ein Hinweis auf eine Lücke im Verfahren. Wir beantworten jeden auffälligen Befund mit einer konkreten Maßnahme und einer Nachmessung.

Praxis- und Krankenhausreinigung anfragen

Beschreiben Sie kurz Ihr Objekt: Fläche, Nutzung, gewünschter Turnus. Wir melden uns innerhalb eines Werktags und schlagen einen Termin für die Begehung vor.

Sitz und Einsatzgebiet
Sigwinstraße 190, 51061 Köln. Einsatz deutschlandweit.