Sonder- und Extremreinigung
Desinfektion und Hygienemanagement
Eine Maßnahme, die wirkt und belegbar ist — statt einer, die gut aussieht.
- Mittel
- VAH- oder RKI-gelistet
- Grundsatz
- Nur mit Indikation
- Verfahren
- Wisch-, Sprüh- oder Raumverfahren
- Nachweis
- Protokoll mit Mittel und Einwirkzeit
Desinfektion ist ein Werkzeug mit engem Anwendungsbereich. Sie wirkt, wenn das richtige Mittel in der richtigen Konzentration die richtige Zeit auf einer vorgereinigten Fläche steht. Fehlt einer dieser vier Punkte, ist die Maßnahme unwirksam — auch wenn sie überzeugend aussieht und deutlich riecht.
Wir sind deshalb bei dieser Leistung ausdrücklich zurückhaltend. Wir bieten keine vorbeugende Flächendesinfektion für Büros an und keine routinemäßige Raumvernebelung. Beides belastet Oberflächen, Raumluft und Personal, fördert Resistenzen und bringt ohne Indikation keinen nachweisbaren Nutzen. Wo eine Indikation besteht, arbeiten wir dagegen konsequent und dokumentiert.
Was wir konkret machen
Wir führen Desinfektionsmaßnahmen mit klarer Indikation durch und unterstützen beim Aufbau des Hygienemanagements.
- Flächendesinfektion im Wischverfahren nach festgelegtem Plan
- Gezielte Desinfektion von Handkontaktflächen bei Ausbruchsgeschehen
- Schlussdesinfektion nach Infektionsfällen in Einrichtungen
- Raumdesinfektion durch Kaltvernebelung bei nicht erreichbaren Flächen
- Desinfektion nach Kontamination mit Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen
- Aufbereitung von Sanitärbereichen bei mikrobiologischer Auffälligkeit
- Erstellung des Reinigungs- und Desinfektionsplans für Ihre Einrichtung
- Schulung Ihres Personals in Verfahren, Dosierung und Einwirkzeiten
- Mikrobiologische Erfolgskontrolle über ein akkreditiertes Labor
- Beratung zur Ausstattung: Spender, Dosieranlagen, Schutzausrüstung
Für wen
Desinfektionsleistungen mit Indikation fragen unter anderem an:
- Praxen, MVZ und Kliniken mit hygienischem Regelbetrieb
- Stationäre Pflege, Tagespflege und Wohngruppen der Eingliederungshilfe
- Kitas und Schulen bei Ausbruchsgeschehen
- Lebensmittelbetriebe mit HACCP-Konzept
- Fitness- und Wellnessbetriebe, Saunen, Schwimmbäder
- Hotels nach Norovirus-Fällen
- Betriebe nach Kontaminationsereignissen

So läuft es ab
Von der Anfrage bis zur Kontrolle. Wenn bei Ihnen ein Schritt entfallen kann, sagen wir es Ihnen.
Indikation prüfen
Der erste Schritt ist die Frage, ob Desinfektion überhaupt das richtige Mittel ist. Bei vielen Anfragen ist eine gründliche Reinigung die fachlich richtige und deutlich günstigere Antwort. Wir sagen das.
Erreger und Wirkspektrum bestimmen
Aus dem Erreger folgt das Wirkspektrum: begrenzt viruzid reicht bei behüllten Viren, unbehüllte Viren wie Noroviren brauchen viruzide Mittel, Clostridioides difficile sporozide.
Verfahren wählen
Wischdesinfektion ist der Regelfall und das zuverlässigste Verfahren. Kaltvernebelung nur dort, wo Flächen nicht erreichbar sind — sie ersetzt keine Wischdesinfektion.
Vorreinigung
Desinfektion wirkt nicht auf verschmutzten Flächen. Organisches Material bindet den Wirkstoff und macht die Maßnahme wirkungslos. Es wird immer erst gereinigt.
Durchführung mit Einwirkzeit
Die Fläche bleibt für die volle Einwirkzeit benetzt. Das ist der Punkt, an dem in der Praxis am häufigsten gespart wird — und der einzige, an dem sich nicht sparen lässt.
Freigabe und Protokoll
Der Bereich wird nach Ablauf der Einwirkzeit und Abtrocknung freigegeben. Sie erhalten ein Protokoll mit Mittel, Konzentration, Einwirkzeit, Bereich und ausführender Person.
Wie oft, wie lange, wann
Regelmäßige Desinfektion gehört in den Reinigungs- und Desinfektionsplan der Einrichtung und folgt der Risikoklasse des Bereichs. Wickelbereiche, Sanitärkontaktflächen und patientennahe Flächen sind der Regelfall; Büroflächen und Fußböden in Nichtrisikobereichen sind es nicht.
Anlassbezogene Maßnahmen erfolgen kurzfristig. Bei Ausbruchsgeschehen — Noroviren in einer Kita, Rotaviren in einem Pflegeheim, ein Kontaminationsereignis in einem Lebensmittelbetrieb — kommen wir in der Regel innerhalb von vierundzwanzig Stunden. Unsere Rufbereitschaft für solche Fälle: [BITTE ERGÄNZEN].
Nach einer Raumdesinfektion durch Kaltvernebelung ist der Raum für die Dauer der Einwirkzeit und der anschließenden Lüftungsphase gesperrt — je nach Mittel zwischen zwei und acht Stunden. Diese Zeit muss in die Planung, sonst wird der Raum zu früh betreten und die Maßnahme ist wertlos.
Womit wir arbeiten
Wir setzen ausschließlich Mittel ein, die in der Desinfektionsmittel-Liste des Verbunds für Angewandte Hygiene oder in der Liste des Robert Koch-Instituts geführt sind. Die RKI-Liste ist bei behördlich angeordneten Entseuchungen nach § 18 IfSG verbindlich.
Die Wischdesinfektion ist das zuverlässigste Verfahren, weil die mechanische Komponente hinzukommt. Gearbeitet wird im Bezugswechselverfahren: ein Bezug je Raum, keine Rückführung in die Lösung. Die Fläche muss über die gesamte Einwirkzeit sichtbar feucht bleiben.
Sprühdesinfektion setzen wir nur ein, wo Wischen nicht möglich ist. Aerosole belasten die Atemwege der ausführenden Person, und die Benetzung ist ungleichmäßiger als beim Wischen. Wo gesprüht wird, wird nachgewischt.
Kaltvernebelung im Raumverfahren erzeugt ein Aerosol, das sich auf allen Oberflächen niederschlägt. Sie ist sinnvoll bei komplexen Geometrien und nicht erreichbaren Flächen, etwa nach Norovirus-Ausbrüchen. Sie ersetzt keine Wischdesinfektion an Handkontaktflächen, und sie ersetzt keine Reinigung. Verwendet werden Mittel auf Wasserstoffperoxid- oder Peressigsäurebasis mit ausgewiesener Raumwirksamkeit.
Kontrolle und Reklamation
Das Protokoll dokumentiert je Maßnahme: Bereich, Datum, Uhrzeit, Mittel, Konzentration, Einwirkzeit, Verfahren und ausführende Person. Bei behördlich veranlassten Maßnahmen ist es der geforderte Nachweis.
Auf Wunsch führen wir eine mikrobiologische Erfolgskontrolle durch Abklatschproben über ein akkreditiertes Labor durch. Wir empfehlen sie bei wiederkehrenden Problemen — sie zeigt, ob das Verfahren wirkt oder ob eine Lücke im Ablauf besteht.
Wir dokumentieren auch, was wir nicht gemacht haben und warum. Wenn eine Maßnahme angefragt wird, für die keine Indikation besteht, halten wir unsere Empfehlung schriftlich fest. Sie entscheiden trotzdem — aber Sie entscheiden informiert.
Normen, Haftung, Versicherung
Desinfektionsmittel sind Biozidprodukte nach der EU-Biozidverordnung Nr. 528/2012 oder Medizinprodukte, je nach Anwendungsbereich. Sie dürfen nur bestimmungsgemäß und in der zugelassenen Konzentration eingesetzt werden.
Bei behördlich angeordneten Entseuchungen nach § 18 Infektionsschutzgesetz sind ausschließlich Mittel aus der RKI-Liste zulässig, angewendet in dem dort ausgewiesenen Wirkungsbereich und der ausgewiesenen Einwirkzeit. Abweichungen machen die Maßnahme rechtlich unwirksam.
Für unsere Beschäftigten gilt die Gefahrstoffverordnung mit Betriebsanweisungen, Unterweisung und arbeitsmedizinischer Vorsorge. Sicherheitsdatenblätter aller eingesetzten Mittel hinterlegen wir in Ihrer Einrichtung. Betriebshaftpflichtschutz besteht, Deckungssummen: [BITTE ERGÄNZEN].
Häufige Fragen
Ihre Frage fehlt? Rufen Sie an unter 0221 67025001 oder schreiben Sie an info@reinbund.de.
Sollten wir unsere Büroflächen regelmäßig desinfizieren lassen?
Nein, und wir bieten es auch nicht an. Für Büroflächen ohne besonderes Risiko gibt es keine fachliche Grundlage für eine routinemäßige Flächendesinfektion. Sie belastet Oberflächen und Raumluft, fördert Resistenzbildung und bringt keinen nachweisbaren Nutzen.
Was tatsächlich wirkt: gründliche Reinigung der Handkontaktflächen, funktionierende Seifenspender und ausreichend Papierhandtücher in den Sanitärbereichen. Das ist unspektakulär und deutlich wirksamer.
Was ist der Unterschied zwischen Reinigung und Desinfektion?
Reinigung entfernt Schmutz und damit den größten Teil der Mikroorganismen mechanisch. Desinfektion reduziert die verbleibenden Keime chemisch auf ein definiertes Maß.
Wichtig ist die Reihenfolge: Desinfektion ohne vorherige Reinigung ist weitgehend wirkungslos, weil organisches Material den Wirkstoff bindet. Wer auf eine sichtbar verschmutzte Fläche Desinfektionsmittel sprüht, tut nichts außer sie nass zu machen.
Wie lange muss ein Mittel einwirken?
Das steht auf dem Produkt und in der jeweiligen Liste, und es hängt von der Konzentration ab. Typisch sind bei Flächendesinfektion fünfzehn Minuten bis eine Stunde; bei höherer Konzentration entsprechend kürzer, sofern die Liste das ausweist.
Die Fläche muss über die gesamte Zeit sichtbar feucht bleiben. Eine Fläche, die nach zwei Minuten trocken ist, wurde nicht desinfiziert — unabhängig davon, was auf dem Etikett steht.
Bringt eine Raumvernebelung etwas?
Bei richtiger Indikation ja: nach Norovirus-Ausbrüchen, in Räumen mit vielen unzugänglichen Oberflächen, als ergänzende Maßnahme nach der Wischdesinfektion.
Als Routinemaßnahme oder als Ersatz für Wischdesinfektion nein. An Handkontaktflächen ist die Wischdesinfektion durch die mechanische Wirkung überlegen. Und eine Vernebelung auf verschmutzten Flächen ist wirkungslos.
Wir hatten einen Norovirus-Ausbruch. Was ist zu tun?
Zuerst das Gesundheitsamt einbeziehen — bei Gemeinschaftseinrichtungen besteht Meldepflicht. Dessen Anweisungen sind maßgeblich.
Fachlich: Es braucht ein viruzides Mittel, weil Noroviren unbehüllt und gegen begrenzt viruzide Mittel unempfindlich sind. Die Einwirkzeiten sind länger als im Regelbetrieb. Handkontaktflächen und Sanitärbereiche haben Vorrang. Rufen Sie an, auch außerhalb der Geschäftszeiten.
Passt häufig dazu
Praxis- und Krankenhausreinigung
RKI-Richtlinien, Bereichstrennung, Flächendesinfektion, lückenlose Dokumentation.
04Schul- und Kitareinigung
Hygiene nach Infektionsschutzgesetz, kindgerechte Mittel, Grundreinigung in den Ferien.
30Schädlingsprophylaxe und Nachreinigung
Monitoring, bauliche Prophylaxe, Nachreinigung nach der Bekämpfung.
Desinfektion und Hygienemanagement anfragen
Beschreiben Sie kurz Ihr Objekt: Fläche, Nutzung, gewünschter Turnus. Wir melden uns innerhalb eines Werktags und schlagen einen Termin für die Begehung vor.
- Telefon
- 0221 67025001
- info@reinbund.de
- Sitz und Einsatzgebiet
- Sigwinstraße 190, 51061 Köln. Einsatz deutschlandweit.