Periodisch und einmalig

Grundreinigung

Ein Boden, der wieder auf null steht — und eine Schutzschicht, die zwei bis drei Jahre trägt.

Anlass
Alle 2 bis 3 Jahre
Dauer
Meist über ein Wochenende
Trocknung
12 bis 24 Stunden bis zur Vollbelastung
Ergebnis
Neuer Schichtaufbau, dokumentiert

Grundreinigung ist keine intensivere Unterhaltsreinigung. Sie ist ein anderes Verfahren mit einem anderen Ziel: Der alte Pflegefilm wird vollständig entfernt, der Belag freigelegt, gereinigt und mit einer neuen Schutzschicht versehen. Danach beginnt der Zyklus von vorn.

Der Anlass ist meist ein Boden, der trotz regelmäßiger Reinigung nicht mehr sauber wirkt. Das liegt nicht an der Unterhaltsreinigung, sondern daran, dass sich über Jahre Schmutz in die Pflegeschicht eingelagert hat. Man kann diesen Schmutz nicht herauswischen — er sitzt unter der Oberfläche. Man muss die Schicht abtragen.

Was wir konkret machen

Eine Grundreinigung ist eine Abfolge von Arbeitsgängen, die aufeinander aufbauen. Wird einer ausgelassen, hält das Ergebnis nicht.

  • Räumen der Fläche, Schutz von Sockelleisten, Türzargen und angrenzenden Belägen
  • Auftrag des Grundreinigers, Einhaltung der Einweichzeit — hier wird am häufigsten gespart
  • Maschinelles Schrubben mit passendem Pad oder Bürste, je nach Belag und Verschmutzung
  • Kantenbereiche, Ecken und Nischen von Hand mit gleichem Mittel und gleicher Einwirkzeit
  • Aufnehmen der Schmutzflotte mit Nasssauger oder Scheuersaugmaschine
  • Klarspülen mindestens zweimal, bis das Wasser rückstandsfrei ist
  • Neutralisieren bei alkalischen Grundreinigern, um pH-Rückstände zu entfernen
  • Vollständige Trocknung des Belags vor dem Schichtaufbau
  • Auftrag der Beschichtung in zwei bis drei Schichten mit Zwischentrocknung
  • Abschließendes Hochglanzpolieren bei polierfähigen Systemen, Abnahme mit Protokoll

Für wen

Grundreinigung ist immer dann fällig, wenn eine Fläche stark beansprucht wird und dauerhaft gut aussehen soll:

  • Bürogebäude mit Linoleum-, PVC- oder Designbelägen in Verkehrsflächen
  • Schulen und Kitas — üblicherweise in den Sommerferien
  • Praxen und Kliniken mit fugenlosen Belägen
  • Verkaufsflächen und Showrooms mit hoher Wertanmutung
  • Sport- und Mehrzweckhallen mit elastischen Sportböden
  • Wohnanlagen mit Naturstein- oder Terrazzoflächen im Eingangsbereich
  • Objekte vor Neuvermietung oder Eigentümerwechsel
Langer Flur mit frisch gereinigtem, spiegelndem Steinboden

So läuft es ab

Von der Anfrage bis zur Kontrolle. Wenn bei Ihnen ein Schritt entfallen kann, sagen wir es Ihnen.

  1. Belag bestimmen und prüfen

    Zuerst wird festgestellt, um welchen Belag es sich handelt und was darauf liegt. Wir machen eine Probefläche an unauffälliger Stelle, weil sich erst dort zeigt, wie viele Schichten abzutragen sind.

  2. Verfahren und Mittel festlegen

    Aus Belag, Schichtaufbau und Verschmutzung ergeben sich Mittel, Konzentration, Pad und Maschine. Diese Festlegung dokumentieren wir — sie ist die Grundlage für die nächste Grundreinigung in zwei Jahren.

  3. Termin und Räumung abstimmen

    Grundreinigung braucht eine leere Fläche und Zeit zum Trocknen. Wir legen den Termin auf ein Wochenende oder eine Betriebsruhe und klären, wer räumt und wer zurückstellt.

  4. Entschichten und Reinigen

    Die Fläche wird abschnittsweise bearbeitet, damit Einweichzeiten eingehalten werden können. Kanten und Ecken werden von Hand nachgearbeitet, sonst bleibt dort der alte Aufbau stehen.

  5. Schichtaufbau

    Nach vollständiger Trocknung wird die Beschichtung in zwei bis drei dünnen Schichten aufgetragen. Dünn und mehrfach hält länger als dick und einmal — und trocknet gleichmäßiger.

  6. Abnahme und Übergabe

    Die Fläche wird gemeinsam abgenommen. Sie erhalten ein Protokoll mit verwendeten Mitteln, Schichtzahl und Freigabezeitpunkt sowie die Empfehlung für die weitere Pflege.

Wie oft, wie lange, wann

Der übliche Abstand liegt bei zwei bis drei Jahren. Verkehrsflächen mit starker Frequenz brauchen ihn jährlich, Büroräume ohne Publikumsverkehr halten oft vier Jahre. Der richtige Zeitpunkt ist nicht der Kalender, sondern der Zustand: Wenn die Fläche nach der Unterhaltsreinigung nicht mehr gleichmäßig aussieht, ist sie fällig.

Eine Grundreinigung braucht Zeit, die man nicht verkürzen kann. Für tausend Quadratmatt Linoleum mit vollständigem Aufbau sind zwei Arbeitstage plus Trocknung realistisch. Wer es in einer Nacht anbietet, lässt Arbeitsgänge weg — meist die Einweichzeit oder das zweite Klarspülen.

Wir legen Grundreinigungen bevorzugt auf Freitagabend bis Sonntag. Der Belag ist nach zwölf Stunden begehbar, aber erst nach etwa einer Woche voll belastbar. In dieser Zeit sollten keine schweren Rollcontainer über die Fläche und keine Nassreinigung erfolgen.


Womit wir arbeiten

Beim Grundreiniger entscheidet die Einweichzeit über das Ergebnis. Das Mittel muss die alte Schicht anlösen, bevor die Maschine kommt. Wird zu früh geschrubbt, wird die Schicht nur verschmiert und ist nach dem Trocknen wieder da — nur unregelmäßiger.

Padwahl nach Belag: schwarze Pads nur auf robusten, unempfindlichen Belägen, grüne und braune für die meisten Entschichtungen, Bürsten bei strukturierten Oberflächen und Sicherheitsböden mit Rutschhemmung. Auf Linoleum arbeiten wir mit für Linoleum freigegebenen Mitteln, weil stark alkalische Grundreiniger den Belag verseifen und dauerhaft schädigen.

Beim Schichtaufbau kommen Polymerdispersionen zum Einsatz. Zwei dünne Schichten sind das Minimum, drei die Regel bei Verkehrsflächen. Jede Schicht muss vollständig durchtrocknen; bei kühler oder feuchter Witterung dauert das deutlich länger als die Angabe auf dem Gebinde. Bei Naturstein arbeiten wir nicht mit Beschichtung, sondern mit Kristallisation oder Imprägnierung, weil Polymere dort optisch und bauphysikalisch falsch sind.

Kontrolle und Reklamation

Die Abnahme erfolgt gemeinsam auf der trockenen Fläche bei eingeschalteter Beleuchtung. Streiflicht ist der ehrlichste Prüfer — Schichtansätze und Padspuren sieht man nur so.

Sie erhalten ein Protokoll mit Belag, Mitteln, Konzentrationen, Padwahl, Schichtzahl und Freigabezeitpunkt. Dieses Dokument ist mehr wert, als es zunächst aussieht: Bei der nächsten Grundreinigung steht darin, was funktioniert hat.

Wir übernehmen keine Grundreinigung ohne Probefläche. Wenn sich in der Probe zeigt, dass der Belag ausgereizt ist oder das Ergebnis nicht tragen wird, sagen wir das vorher. Es ist billiger, eine Grundreinigung nicht zu beauftragen, als sie an einem Belag zu bezahlen, der ersetzt werden muss.


Normen, Haftung, Versicherung

Grundreinigung ist regelmäßig ein Werkvertrag mit Abnahme nach § 640 BGB. Mit der Abnahme geht die Gefahr über und die Verjährungsfrist beginnt. Wir bestehen deshalb auf einer dokumentierten gemeinsamen Abnahme — im Interesse beider Seiten.

Während der Arbeiten und der Trocknung ist die Fläche gesperrt und mit Warnaufstellern gekennzeichnet. Frisch beschichtete Böden sind bis zur vollständigen Aushärtung rutschiger als im Endzustand; die Freigabe erfolgt erst danach.

Bei Bodenbelägen mit Rutschhemmungsklasse nach DIN 51130 ist zu beachten, dass eine falsche Beschichtung die Rutschhemmung aufhebt. In Küchen, Nassbereichen und Werkstätten setzen wir daher ausschließlich Systeme mit erhaltender Rutschhemmung ein. Betriebshaftpflichtschutz besteht, Deckungssummen: [BITTE ERGÄNZEN].

Häufige Fragen

Ihre Frage fehlt? Rufen Sie an unter 0221 67025001 oder schreiben Sie an info@reinbund.de.

Woran erkenne ich, dass eine Grundreinigung fällig ist?

An drei Zeichen: Der Boden wirkt auch direkt nach der Reinigung nicht mehr gleichmäßig. In Laufzonen ist er matter als am Rand. Und flächige Grauschleier lassen sich nicht mehr wegwischen.

Ein einfacher Test: Reiben Sie mit dem Finger über eine Randzone und über die Laufzone. Fühlt sich die Laufzone rauer an, ist die Schutzschicht dort durchgelaufen und der Belag wird ab jetzt selbst angegriffen.

Wie lange kann der Bereich nicht genutzt werden?

Für die Arbeiten selbst rechnen Sie mit einem bis zwei Tagen je nach Fläche. Nach dem letzten Schichtauftrag ist der Boden nach etwa zwölf Stunden vorsichtig begehbar.

Voll belastbar ist er nach fünf bis sieben Tagen. In dieser Zeit bitte keine schweren Rollmöbel, keine Klebebänder auf dem Belag und keine Nassreinigung — nur trocken oder nebelfeucht.

Kann Grundreinigung den Boden beschädigen?

Ja, wenn Mittel und Belag nicht zusammenpassen. Stark alkalische Grundreiniger auf Linoleum, saure Mittel auf Naturstein oder ein zu aggressives Pad auf einem weichen Designbelag richten Schäden an, die nicht rückgängig zu machen sind.

Deshalb machen wir immer eine Probefläche und dokumentieren die Belagsbestimmung. Wenn Sie das Datenblatt Ihres Bodens haben, geben Sie es uns — es erspart uns beiden Diskussionen.

Lohnt sich der Schichtaufbau überhaupt?

In Verkehrsflächen und stark beanspruchten Bereichen fast immer. Die Beschichtung ist eine Opferschicht: Sie nimmt den Abrieb auf, nicht der Belag. Ohne sie läuft sich der Belag selbst ab, und der ist nicht erneuerbar.

In wenig frequentierten Räumen kann man darauf verzichten und mit reiner Wischpflege arbeiten. Das entscheiden wir je Bereich, nicht pauschal fürs ganze Objekt.

Machen Sie das auch in Teilflächen?

Ja, aber mit einem Hinweis: Eine frisch beschichtete Teilfläche sieht neben einer alten Fläche deutlich anders aus. Bei einer sichtbaren Übergangskante ist das ein Problem.

Sinnvoll ist die Teilung entlang von Raumgrenzen oder Türschwellen. Innerhalb eines durchgehenden Flurs sollte man die Fläche komplett machen, auch wenn nur die Hälfte auffällig ist.

Grundreinigung anfragen

Beschreiben Sie kurz Ihr Objekt: Fläche, Nutzung, gewünschter Turnus. Wir melden uns innerhalb eines Werktags und schlagen einen Termin für die Begehung vor.

Sitz und Einsatzgebiet
Sigwinstraße 190, 51061 Köln. Einsatz deutschlandweit.